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Peter Kamber: Fritz und Alfred Rotter - Ein Leben zwischen Theaterglanz und Tod im Exil

Eine Veranstaltung von Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee-Region, Gesellschaft für Christlich – Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V., Jüdische Gemeinde Konstanz e.V., vhs Landkreis Konstanz e.V. und Augustinum Überlingen.

Die Berliner Fritz und Alfred Rotter waren die größten privaten Theaterdirektoren Deutschlands und Europas. Auf ihrem Höhepunkt betrieben sie in Berlin über ein halbes Dutzend private Bühnen. Die Übertragung des vom Film bekannten „Starsystems“ auf das Theater war mit ein Geheimnis ihres Erfolgs. Die großen Operetten Stimmen von Fritz Tauber und Käthe Dorsch („Land des Lächelns“ 1929), Fritzi Massary („Eine Frau, die weiß, was sie will“ 1932) und Gitta Alpar („Ball im Savoy“ 1932) machten die Rotters zur Legende. An den glitzernden Premierenfeiern zeigen sich selbst die Größen der Politik.
Von den Nazis wurden die Gebrüder Rotter verfemt. Fritz Rotter erzählte einmal: „… und da kam also dieser dicke Göring aus der Garderobe der [Käthe] Dorsch und sagte, als er mich sah: Sobald wir an die Macht kommen, greifen wir uns die Rotters …“ Nach ihrem größten Triumph überhaupt, “Ball im Savoy” von Paul Abraham Ende Dezember 1932, trieb sie ein späterer Günstling von Goebbels in die Zahlungsunfähigkeit, um sich an ihre Stelle zu setzen.
Wenige Tage nach Beginn des NS-Boykotts gegen jüdische Geschäfte wurden Fritz und Alfred Rotter sowie dessen Frau Gertrud am 5. April 1933 in ihrem Exil in Liechtenstein überfallen. Die Täter, die aus Liechtenstein und Konstanz stammten, lockten Fritz und Alfred sowie dessen Frau Gertrud oberhalb von Vaduz vor dem Alphotel Gaflei in einen Hinterhalt. Alfred Rotter und seiner Frau gelang es, sich dem Entführer zu wehren, doch auf der Flucht stürzten sie in Panik in einem steil abfallenden Gebirgswald über eine Felswand in den Tod. Fritz Rotter warf sich aus dem Wagen eines der Entführer, brach sich die Achsel und rettete sich danach ins Exil in Frankreich, wo er am 7. Oktober 1939 -verarmt und wegen eines ungedeckten Schecks zu Gefängnis verurteilt- im elsässischen Colmar vermutlich wegen Herzversagens starb.

Peter Kamber, geb.1953 in Zürich, lebt als freier Autor in Berlin. Neben Biografien wie jener über die Berliner Theaterdirektoren Rotter schreibt er historische Romane. "Geheime Agentin" (Basis Druck Verlag, Berlin 2010) schildert den Geheimdienst-Krieg 1939-45 und "Die himmlischen Versuchungen des Conrad Grebel" handelt von den Wirren der Reformation.

Kurstermine 1

Übersicht über alle Kurstermine (1) mit Datum und Ort
Nr. Datum Ort
1 Konstanz; vhs, Astoria-Saal
Katzgasse 7, 78462 Konstanz

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