Myriam Gautschi: Raum für Trauer. Atmosphären des Abschieds - Veranstaltungsreihe: Geschichten auf dem Friedhof
Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit der vhs Landkreis Konstanz e.V. und der Universität Konstanz statt.
Die Kultur des Abschieds ist aus unserem Alltag fast verschwunden. Während das Aufbahren früher im eigenen Haus stattfand und der Tod Teil des gemeinsamen Lebensraums war, hat er heute kaum noch Platz. Der Abschied ist in funktionale Räume verlagert worden, der Tod ist leise geworden – und oft anonym. Aufbahrungsräume sind Räume des Übergangs. Schwellenräume zwischen Anwesenheit und Abwesenheit, zwischen Festhalten und Loslassen. Tod und Trauer brauchen Orte, die Schutz und Intimität ermöglichen, einen Raum für Rituale, die das Unbestimmte zulassen, ohne es festzuschreiben.
Raumproportion, Materialität und Licht bilden die grundlegenden Gestaltungselemente. Sie prägen die Raumwirkung und schaffen eine Atmosphäre der Stille, in der Funktionalität in den Hintergrund tritt.
Der Vortrag widmet sich der Gestaltung von Aufbahrungsräumen und fragt, wie Architektur – als das konkret Fassbare – dem Unfassbaren Raum geben kann.
Referentin: Prof. Myriam Gautschi (Architektur)
Treffpunkt: Aussegnungshalle des Konstanzer Hauptfriedhofes, Riesenbergweg 78467 Konstanz
Informationen zur Veranstaltungsreihe: Geschichten auf dem Friedhof
Der Friedhof ist ein Ort des Erzählens. Einerseits ist der Friedhof ein prominenter Ort des Gedenkens an Verstorbene im Austausch von Erinnerungen über sie als auch im Gespräch, das Angehörige an Gräbern mit ihnen führen. Außerdem erzählt der Friedhof als kultureller und sozialer Ort von vergangenen und gegenwärtigen Gesellschaften. Das Wissen um den Tod zeichnet uns als Menschen aus. Nicht umsonst steht der Tod, das Nachdenken über Sterbenmüssen und Lebenwollen und der Wunsch, es möge nach dem Tod weitergehen, am Anfang der Kulturgeschichte, wie wir sie kennen. Aus diesem Grund ist der Friedhof wohl auch ein Schauplatz für Geschichten. Ganze Genres könnten ohne den Friedhof kaum existieren: Schauer-, Grusel- und Horrorfiktionen, aber auch der Kriminalroman.
Geschichten öffnen Türen zu unseren individuellen und kollektiven Gefühlen. Denen, die wir kennen und denen, die wir erst im Erzählen kennenlernen. Und dann natürlich die, von denen wir gar nichts wissen wollen. Wie alles gut Verdrängte, drängen sie, versperrt man ihnen Tür und Tor, durch Gartentürchen, über Hintereingänge und Kellertreppen wieder hinein.
In vier Vorträgen soll den Erzählungen, Erzählangeboten und Erzählanlässen, die der Friedhof bietet, nachgegangen werden, indem die Orte, in die sich der Friedhof selbst gliedert besucht und befragt werden: Tor und Mauer, Weg und Bank, Aufbahrung und Verabschiedung, Grab und Denkmal.
| Kursnummer | 262-10058 |
| Kursort | |
| Beginn | Mi., 08.07.26 , 18.00 Uhr |
| Dauer | 1 Termin |
| Kursleitung |
Myriam Gautschi
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| Preis | 0,00 € |
Kurstermine 1
| Nr. | Datum | Ort |
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| 1 |
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