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Kultur / Kursdetails

192-20002 "Kapriolen" Eine Ausstellung von Ralf Lürig, Kunst- und Kirchenmaler aus Aach

Beginn 14.09.2019
Kursgebühr 0,00 €
Dauer 58 Termine
Kursleitung Ralf Lürig
Status Bitte Kurshinweise beachten
Kurshinweise:

Der in einem Modellbauladen groß gewordene Ralf Lürig entwickelte schon früh Interessen, die ihn bis heute begleiten: eine geradezu barocke Sammelleidenschaft (früher zum Leidwesen seiner Mutter, heute zur Freude seiner fünf Kinder), Begeisterung für das Theater, Liebe zur Musik und einen Hang zu skurilem Humor. Ganz nebenbei bastelte, zeichnete, malte er und fackelte bei den Versuchen, tolle Trickfilme zu drehen, mehrmals fast die Wohnung seiner Eltern ab.

So ist es kein Wunder, dass er nach dem Abitur in die schillernde Welt der Oper einstieg. Zunächst begann er im Malsaal der Hannoverschen Staatsoper, doch schon bald erkannte er, dass er nicht damit zufrieden war, Ausführender zu sein, sondern gestaltend wirken wollte. So wurde Ralf Lürig Assistent verschiedener Bühnenbildner, die zu seiner großen Freude überwiegend klassisch arbeiteten. Denn die Klassiker und alten Meister achtete und studierte er mit wachsender Begeisterung.

Nach einigen Jahren an der Oper wuchs das Bedürfnis, sich tiefgehender mit der Malerei zu beschäftigen, so dass sich Lürig zum Studium entschloss.

Dort stellte er fest, dass er sich nicht nur den Problemen der Malerei zu stellen hatte, sondern auch denen, die ihn - selbst sehr akademisch - einen Akademiker schimpften. Es war eben nicht immer leicht, neben den Beuysfreunden und den Unterhosen ausstellenden Professoren brav klassische Faltenwürfe zu zeichnen. Dabei hatte er durchaus nicht vor, bei den Faltenwürfen zu enden! Lürig plädierte für ein gesundes Basiswissen, handfestes technisches Wissen, um dann zu experimentieren und neue Schritte weiterzuentwickeln. Seinen Höhepunkt erreichte die Auseinandersetzung um Toleranz und Gleichberechtigung für alte Techniken beim Vordiplom. Lürig malte in altmeisterlicher Manier einen geköpften Beuys mit der Überschrift: Ars libera est ("Die Kunst ist frei"), und verarbeitete das Problem somit auf seine Art: ironisch.

Mehrere Studienfahrten mit einem Professor der Architektur in die Provence und die Toskana rundeten die Ausbildung ab, die auch die Graphik und Druckgraphik umfasste. Immer wenn Lürig hörte "Das macht man doch heute nicht mehr!", dann wurde er hellhörig und widmete sich intensiv dieser nicht mehr oder kaum noch praktizierten Technik (z. B. Kupferstich).

Dies war für ihn von großem Vorteil, denn ohne es zu ahnen, begannen sich die Fäden zu verknüpfen: Direkt nach dem Studium erhielt er zufälligerweise den Auftrag, eine Kirche auszumalen. So konnte Lürig auf ideale Weise das in der Oper (Entwürfe, Bühnenmaltechnik) und im Studium Gelernte verwenden. Hier eröffnete sich ihm die Welt des Freskos und er lernte das Alltagsleben eines Michelangelos kennen (ohne sich künstlerisch auf eine Stufe stellen zu wollen): arbeiten im nassen Kalk, in der kalten Kirche, unter Zeitdruck und Zankereien zwischen Auftraggebern, Spendern etc. So baute er Kirchenmodelle, entwarf und malte zehn Jahre lang Decken und Wandmalereien in ganz Deutschland.

Nach einer letzten großen Ausmalung in Berlin fühlte sich Lürig wiederum in einer Sackgasse. Künstlerisch sehr an Auftraggeber, Stil und Themen gebunden, weit entfernt von der immer größer werdenden Familie und körperlich ausgelaugt, wagte er einen radikalen Schnitt. Er wollte endlich selbstständig arbeiten, eigene Ideen verwirklichen und beim Arbeiten mal wieder nach unten schauen. (Zur Gaudi seiner Kinder hatte er an Wochenenden daheim selbst die Brötchen nach oben haltend mit Butter bestrichen).

Er gründete eine Malschule und begann wieder mit Begeisterung zu arbeiten und Ausstellungen zu organisieren. Die Gestaltung großer Räume wird nun auf die kleine Fläche des Bildes übertragen. Oft sind seine Bilder "Bühne". Seine Akteure sind meist Produkte aus dem Haushalt, Spielzeuge und Lebensmittel, aber auch Frösche und sonstiges Getier.

2012 wagte die Familie eine große Veränderung und zog an den Bodensee, um sich hier nochmal neu zu etablieren und neben den Galerien auf den Aida-Kreuzfahrtschiffen, die von Lürig beliefert werden, auch im Dreiländereck einen neuen Kundenstamm zu aquirieren.

Lürig kombiniert in klassischer Malweise moderne Themen, die die Menschen ansprechen. Seine virtuose Maltechnik, Witz, Ironie und seine handgearbeiteten Bilderrahmen werden in der Region Niedersachsen schnell zum Markenzeichen für einen Künstler, der von jung und alt geschätzt wird.

Der Reiz dieser Künstlerpersönlichkeit liegt unter anderem in seiner Gegensätzlichkeit, die sich in seiner Kunst widerspiegelt: zeitkritisch und eindringlich, zugleich aber auch verträumt, verspielt und verschmitzt. Er beherrscht verschiedenste Maltechniken, die jedermann "verstehen" kann, die jedoch anspruchsvoll sind und durch versteckte Botschaften oder Details die Wahrnehmung herausfordern.

Bilder von Ralf Lürig zu betrachten kann eine lange Weile dauern, doch kommt dabei nie Langeweile auf!



Eintritt frei, bitte beachten Sie die Öffnungszeiten vor Ort

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Kursort

Stockach; vhs Galerie

Hauptstraße 1
78333 Stockach

Termine

Datum
14.09.2019
Uhrzeit
09:00 - 18:00 Uhr
Ort
Stockach; vhs Galerie , Hauptstraße 1
Status
Datum
15.09.2019
Uhrzeit
09:00 - 18:00 Uhr
Ort
Stockach; vhs Galerie , Hauptstraße 1
Status
Datum
16.09.2019
Uhrzeit
09:00 - 18:00 Uhr
Ort
Stockach; vhs Galerie , Hauptstraße 1
Status
Datum
17.09.2019
Uhrzeit
09:00 - 18:00 Uhr
Ort
Stockach; vhs Galerie , Hauptstraße 1
Status
Datum
18.09.2019
Uhrzeit
09:00 - 18:00 Uhr
Ort
Stockach; vhs Galerie , Hauptstraße 1
Status
Datum
19.09.2019
Uhrzeit
09:00 - 18:00 Uhr
Ort
Stockach; vhs Galerie , Hauptstraße 1
Status
Datum
20.09.2019
Uhrzeit
09:00 - 18:00 Uhr
Ort
Stockach; vhs Galerie , Hauptstraße 1
Status
Datum
21.09.2019
Uhrzeit
09:00 - 18:00 Uhr
Ort
Stockach; vhs Galerie , Hauptstraße 1
Status
Datum
22.09.2019
Uhrzeit
09:00 - 18:00 Uhr
Ort
Stockach; vhs Galerie , Hauptstraße 1
Status
Datum
23.09.2019
Uhrzeit
09:00 - 18:00 Uhr
Ort
Stockach; vhs Galerie , Hauptstraße 1
Status

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Dr. Frank Weigelt
Fachbereich: Kultur
Tel. 07771/9381-31
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